Local SEO ist die Arbeit daran, gefunden zu werden, wenn jemand in Ihrer Nähe nach dem sucht, was Sie anbieten. „Zahnarzt in der Nähe“, „Reisebüro Graz“, „Schlüsseldienst offen“ — Suchanfragen, bei denen die Entfernung mit entscheidet.
Der Unterschied zu normalem SEO ist größer, als die meisten annehmen: Der wichtigste Hebel liegt nicht auf Ihrer Website, sondern in einem Eintrag, der Ihnen nicht gehört.

Was Local SEO von normalem SEO unterscheidet
Bei einer allgemeinen Suche zeigt Google zehn blaue Ergebnisse. Bei einer lokalen Suche steht darüber der Kartenblock mit drei Einträgen — und der bekommt den Großteil der Klicks.
In diesen Block kommt man nicht über die Website, sondern über das Google-Unternehmensprofil. Ihre Website ist dabei ein Faktor unter mehreren, nicht der Hauptkanal. Wer für lokale Suchanfragen optimieren will und nur an der Website arbeitet, optimiert am wichtigsten Element vorbei.
Die drei Faktoren im Kartenblock
- Relevanz. Passt Ihr Eintrag zu dem, wonach gesucht wurde? Das ist der Teil, den Sie am direktesten beeinflussen — über Kategorie, Leistungen und Beschreibung.
- Entfernung. Wie weit ist Ihr Standort vom Suchenden entfernt. Darauf haben Sie keinen Einfluss, und das ist der Grund, warum ein Betrieb am Stadtrand nicht in der Innenstadt rankt.
- Bekanntheit. Wie oft und wo taucht Ihr Unternehmen im Netz auf: Bewertungen, Erwähnungen, Verzeichnisse, Presse, Verlinkungen.
Weil die Entfernung feststeht, entscheidet sich der Wettbewerb bei Relevanz und Bekanntheit. Genau dort steckt die Arbeit.
Das Google-Unternehmensprofil
Früher „Google My Business“, heute Unternehmensprofil. Kostenlos, und der mit Abstand größte Hebel. Was tatsächlich zählt:
- Hauptkategorie richtig wählen. Die wichtigste einzelne Einstellung im ganzen Profil. Nebenkategorien ergänzen, aber nicht wahllos — jede falsche verwässert.
- Leistungen einzeln eintragen, nicht in einem Satz zusammenfassen.
- Öffnungszeiten pflegen, inklusive Feiertagen. Ein Kunde vor verschlossener Tür schreibt eine Bewertung, die Sie ein Jahr begleitet.
- Eigene Fotos hochladen, regelmäßig. Außenansicht, Innenraum, Team, Arbeiten. Keine Stockbilder — die erkennt man, und sie wirken gegenteilig.
- Fragen und Antworten selbst befüllen. Sie dürfen dort eigene Fragen stellen und beantworten. Fast niemand macht das.
- Beiträge einstellen. Aktionen, Neuigkeiten, Hinweise. Wirkt nicht direkt aufs Ranking, aber auf die Klickrate.

Name, Adresse, Telefon — überall identisch
Ihre Angaben stehen an mehr Stellen, als Sie denken: Unternehmensprofil, eigene Website, Branchenverzeichnisse, Kammer- und Verbandslisten, Bewertungsportale, Social-Media-Profile.
Weichen sie voneinander ab — einmal „Straße“, einmal „Str.“, eine alte Telefonnummer, eine Adresse von vor dem Umzug — sinkt das Vertrauen in die Angaben. Das ist unspektakuläre Fleißarbeit und einer der wenigen Punkte, bei denen ein Nachmittag Aufräumen messbar etwas bringt.
Praktischer Ablauf: Schreibweise einmal festlegen, in einer Liste festhalten, dann jede Fundstelle durchgehen. Ihren eigenen Firmennamen einmal bei Google suchen zeigt die meisten davon.
Was auf Ihrer Website stehen muss
- Adresse und Telefonnummer im Fußbereich jeder Seite, als Text, nicht als Bild.
- Eine Kontaktseite mit Anfahrt, Parkmöglichkeiten und Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das liest sich banal und wird tatsächlich gesucht.
- Eigene Seiten je Leistung, nicht eine Seite mit allem. Wer drei Leistungen anbietet, braucht drei Seiten.
- Ortsbezug im Text, aber natürlich. „Wir bedienen Graz, Graz-Umgebung, Feldbach…“ als Aufzählung wirkt wie das, was es ist.
- Strukturierte Daten für lokale Unternehmen. Damit versteht Google Adresse, Öffnungszeiten und Leistungen zuverlässig.
- Mobil schnell und bedienbar. Lokale Suchen finden überwiegend unterwegs statt.
Wie ich eine Seite dafür im Detail aufbaue, steht unter Onsite-SEO. Welche Suchbegriffe überhaupt infrage kommen, klärt die Keyword-Recherche für lokale SEO.
Bewertungen
Im lokalen Umfeld wirken sie doppelt: Sie beeinflussen die Platzierung, und sie entscheiden darüber, welcher der drei angezeigten Einträge angeklickt wird. Anzahl, Durchschnitt, Aktualität und Ihre Antworten zählen.
Der wirksamste Hebel ist der einfachste: aktiv darum bitten, im richtigen Moment, mit einem direkten Link. Wie das ohne Peinlichkeit geht und wie man mit negativen Bewertungen umgeht, steht in meinem Beitrag zu Bewertungen und Reputation.
Was nicht funktioniert
- Gekaufte Bewertungen. Werden erkannt, sind irreführende Geschäftspraxis, und der Schaden ist größer als der Nutzen.
- Scheinadressen. Ein Briefkasten in der Innenstadt, um im Zentrum zu ranken. Google verlangt eine Adresse, an der Sie tatsächlich erreichbar sind — bei Verstoß fliegt das Profil raus.
- Massenhafter Eintrag in Verzeichnisse. Zwanzig unbekannte Verzeichnisse bringen weniger als ein korrekter Eintrag bei Kammer oder Verband.
- Ortsnamen im Firmennamen, die dort nicht hingehören. Verstößt gegen die Richtlinien.
In welcher Reihenfolge Sie anfangen
- Unternehmensprofil vollständig ausfüllen — Kategorie, Leistungen, Zeiten, Fotos.
- Angaben überall vereinheitlichen.
- Bewertungen aktiv einholen und alle beantworten.
- Website: Kontaktseite, Leistungsseiten, strukturierte Daten.
- Erwähnungen in der Region aufbauen — Vereine, Partner, lokale Presse.
Die ersten drei Schritte kosten kein Geld und erledigen den Großteil. Punkt fünf ist die Langstrecke.
Häufige Fragen
Geht Local SEO auch ohne Ladenlokal?
Ja. Für Betriebe, die zum Kunden fahren — Handwerk, Dienstleistung, Pflege — gibt es das Dienstleistungsgebiet. Die Adresse wird dann ausgeblendet, das Einzugsgebiet angegeben. Ohne jede Adresse geht es allerdings nicht.
Wie lange dauert es, bis sich etwas tut?
Änderungen am Unternehmensprofil wirken oft innerhalb weniger Wochen — deutlich schneller als klassisches SEO. Bewertungen und Bekanntheit brauchen länger.
Was, wenn ich mehrere Standorte habe?
Jeder Standort bekommt ein eigenes Profil und eine eigene Unterseite auf der Website. Eine gemeinsame Seite für alle Filialen rankt an keinem der Orte richtig.
Brauche ich dafür eine Agentur?
Die ersten drei Schritte oben können Sie selbst machen, und sie bringen am meisten. Hilfe lohnt sich bei der Website, bei strukturierten Daten und dann, wenn im Wettbewerb alle das Grundlegende bereits erledigt haben.
Fazit
Local SEO ist zum größten Teil Pflege statt Optimierung: ein vollständiges Unternehmensprofil, überall dieselben Angaben, echte Bewertungen, eine Website, die mobil funktioniert. Nichts davon ist kompliziert — es macht nur kaum jemand konsequent.
Genau darin liegt die Chance. Wie Sie darüber hinaus Kunden ins Geschäft bekommen, steht unter Mehr Kunden für mein Geschäft; die Übersicht zum Gesamtthema unter Suchmaschinenoptimierung.
Wenn Sie das nicht nebenher aufbauen möchten: So sieht mein SEO-Add-on aus — oder schreiben Sie mir kurz.

Gunther Schoepf