Onsite-SEO ist alles, was Sie auf einer einzelnen Seite selbst in der Hand haben: Adresse, Titel, Überschriften, Text, Bilder, interne Links, Ladezeit. Es ist der Teil der Suchmaschinenoptimierung mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung — und der einzige, bei dem Sie niemanden um Erlaubnis fragen müssen.
Dieser Beitrag geht eine Seite von oben nach unten durch. Die Übersicht über das Gesamtthema steht unter Suchmaschinenoptimierung.

Die Elemente einer Seite, der Reihe nach
Die Adresse
Kurz, sprechend, in Kleinbuchstaben, Wörter mit Bindestrich getrennt, keine Zahlen ohne Bedeutung, keine Umlaute. /fenster-abdichten/ statt /leistungen/?p=4711.
Wichtig: Eine bestehende Adresse ändert man nur mit gutem Grund — und dann immer mit einer 301-Weiterleitung. Eine geänderte Adresse ohne Weiterleitung wirft alles weg, was die Seite an Position erarbeitet hat.
Der Seitentitel
Das, was in den Suchergebnissen als blaue Überschrift steht, und das mit Abstand wirksamste einzelne Element. Etwa 55 bis 60 Zeichen, sonst wird gekürzt. Der wichtigste Begriff steht vorn, danach das, was die Seite von den anderen neun Ergebnissen unterscheidet.
„Fenster abdichten: Anleitung, Kosten, wann sich der Tausch lohnt“ gewinnt gegen „Fenster abdichten | Musterfirma GmbH“. Der Firmenname hilft nur, wenn man ihn kennt — dann findet man Sie ohnehin.
Die Meta-Beschreibung
Kein Ranking-Faktor, aber der Text, der über den Klick entscheidet. 140 bis 155 Zeichen, die sagen, was die Seite liefert, und zwar konkret. Wer sie leer lässt, überlässt Google das Zusammenschneiden — und das Ergebnis ist selten überzeugend.
H1 und Überschriftenstruktur
Genau eine H1 pro Seite, die sagt, worum es geht. Darunter H2 für die Abschnitte, H3 für Unterpunkte, ohne Sprünge. Keine fett formatierten Absätze als Ersatz für Überschriften — die sehen aus wie eine Überschrift, sind aber keine, und weder Screenreader noch Suchmaschinen erkennen sie als solche.
Jede Überschrift sollte eine Frage beantworten, die jemand tatsächlich stellt. Das ist inzwischen doppelt wichtig: Ein klar abgegrenzter Abschnitt wird in KI-Antworten zitiert, ein verschachtelter nicht.
Der erste Absatz
Beantworten Sie die Frage sofort. Nicht „In der heutigen Zeit gewinnt das Thema X zunehmend an Bedeutung“, sondern die Antwort in zwei Sätzen. Wer erst nach drei Absätzen zur Sache kommt, verliert die Leser, die aus der Suche kommen — und die haben es eilig.
Der Fließtext
- Kurze Absätze, drei bis vier Zeilen. Am Handy wird alles andere zur Wand.
- Der Suchbegriff und seine natürlichen Varianten kommen vor, weil sie zum Thema gehören — nicht, weil sie eine Quote erfüllen müssen.
- Konkret vor allgemein: Zahlen, Beispiele, Ausnahmen, eine Meinung. Das ist der Teil, den kein anderer Anbieter kopiert hat.
- Listen und Zwischenüberschriften, wo es sich anbietet. Sie machen den Text scanbar und zitierfähig.
Falls Sie an dieser Stelle über Keyword und Schlagwort stolpern: der Unterschied steht hier.
Bilder
- Dateiname sprechend, vor dem Hochladen.
fenster-abdichten-dichtband.jpgstattIMG_4711.jpg. - Alternativtext, der beschreibt, was zu sehen ist — nicht der Suchbegriff. Das ist gleichzeitig Barrierefreiheit und Pflicht für viele Anbieter.
- Größe und Format. Der häufigste Grund für langsame Seiten. Bilder gehören in der Ausgabegröße und in einem modernen Format auf den Server. Dafür nutze ich PicPrepper.
- Breite und Höhe im Markup, damit das Layout beim Nachladen nicht springt.
- Verzögertes Laden für alles unterhalb des ersten Bildschirms — aber nicht für das erste Bild, das bremst den Seitenaufbau.

Interne Links
Der am meisten unterschätzte Hebel. Jeder interne Link sagt Google zwei Dinge: dass es die Zielseite gibt und worum es dort geht — Letzteres über den verlinkten Text.
- Zwei bis vier Links pro Seite auf inhaltlich passende andere Seiten.
- Der verlinkte Text beschreibt das Ziel. Nicht „hier klicken“, sondern „Keyword-Recherche für lokale SEO“.
- Von starken Seiten auf schwache verlinken, nicht umgekehrt.
- Jede Seite sollte von mindestens einer anderen erreichbar sein. Seiten ohne eingehende Links sind für Google Randerscheinungen.
Strukturierte Daten
Zusätzliche Angaben im Quelltext, die Suchmaschinen eindeutig verstehen: Artikel, Unternehmen, Öffnungszeiten, Bewertungen, Produkte, Veranstaltungen, Rezepte. Rank Math und Yoast bringen die gängigen Typen mit; man muss sie nur ausfüllen.
Für örtlich tätige Betriebe ist der Typ für lokale Unternehmen der wichtigste — mehr dazu unter Local SEO.
Technik auf Seitenebene
- Ladezeit. Maßgeblich sind die Felddaten echter Besucher, nicht der Laborwert. Bilder zuerst, dann Skripte, dann Schriften.
- Mobil bedienbar. Keine zu kleinen Schaltflächen, kein horizontales Scrollen — die zehn Punkte für responsive Webseiten decken das ab.
- Kanonische Adresse. Wenn eine Seite unter mehreren Adressen erreichbar ist, sagen Sie Google, welche die richtige ist.
- Index oder nicht. Danke-Seiten, Filterergebnisse und interne Suchergebnisse gehören auf
noindex. - Keine Weiterleitungsketten. Jede Kette kostet Ladezeit und verwässert das Signal.
Eine bestehende Seite prüfen
- Adresse sprechend und stabil?
- Titel unter 60 Zeichen, wichtigster Begriff vorn, unterscheidbar?
- Meta-Beschreibung vorhanden und konkret?
- Genau eine H1, saubere H2/H3-Hierarchie, keine fetten Absätze als Ersatz?
- Beantwortet der erste Absatz die Frage?
- Alle Bilder mit Alternativtext, in vernünftiger Größe?
- Zwei bis vier interne Links mit sprechenden Linktexten?
- Strukturierte Daten passend zum Seitentyp?
- Mobil bedienbar und schnell?
- Ist die Seite indexiert — und soll sie es sein?
Was ich zuerst mache, wenn ich eine Seite übernehme
Nicht optimieren, sondern messen. Search Console öffnen, die Suchanfragen der letzten drei Monate ansehen und die Seiten heraussuchen, die viele Impressionen und wenige Klicks haben.
Dort stimmt der Inhalt bereits — es fehlt nur ein Titel und eine Beschreibung, die zum Klick bewegen. Das ist ein Nachmittag Arbeit mit sichtbarem Ergebnis innerhalb weniger Wochen. Danach kommt der Rest. Welche Werkzeuge ich dafür einsetze, steht in meiner Übersicht der OnPage-SEO-Tools.
Häufige Fragen
Wie lang muss ein Text sein?
So lang, wie die Frage es verlangt. Es gibt keine Mindestwortzahl. Was zählt, ist, ob jemand nach dem Lesen zurück zu Google geht, weil etwas offen blieb.
Wie oft soll der Suchbegriff vorkommen?
Keine Quote. Wenn eine Seite ein Thema wirklich behandelt, kommen die passenden Begriffe von selbst vor. Keyword-Dichte ist eine Kennzahl aus einer Zeit, in der Suchmaschinen gezählt statt verstanden haben.
Soll ich alte Seiten überarbeiten oder neue schreiben?
Erst überarbeiten. Eine bestehende Seite mit Historie holt schneller auf als eine neue. Neu schreiben lohnt sich, wenn das Thema ein anderes ist — sonst konkurrieren die beiden.
Wann sehe ich eine Wirkung?
Titel und Beschreibungen: wenige Wochen. Inhaltliche Überarbeitungen: ein bis drei Monate. Neue Seiten in umkämpften Themen: länger.
Fazit
Onsite-SEO ist keine Geheimwissenschaft, sondern eine Liste, die man abarbeitet. Der Unterschied zwischen einer optimierten und einer nicht optimierten Seite sind meist zwanzig Minuten Arbeit — die niemand macht, weil sie nicht dringend ist.
Wenn Sie das für Ihre Seiten abgeben möchten: So sieht mein SEO-Add-on aus — oder schreiben Sie mir kurz.

Gunther Schoepf