Wenn ein QR-Code plötzlich nicht mehr funktioniert, steckt fast immer eine von zwei Ursachen dahinter: Es war ein dynamischer Code eines Abo-Anbieters, dessen Weiterleitung nach der Testphase oder dem Vertragsende abgeschaltet wurde. Oder die Zielseite existiert nicht mehr, etwa nach einem Relaunch. Seltener liegt es am Druck. Welche Ursache zutrifft, sehen Sie mit einem einzigen Scan.
Unten finden Sie den Schnelltest, die Lösung für jeden Fall und die Antwort auf die wichtigste Frage: wie Sie einen Code erstellen, der nie wieder abläuft.
Wie finde ich in einer Minute heraus, woran es liegt?
Scannen Sie den Code mit der normalen Kamera-App Ihres Handys. Öffnen Sie den Link noch nicht, sondern lesen Sie nur die Adresse, die in der Vorschau angezeigt wird.
- Es erscheint eine fremde Kurzadresse statt Ihrer eigenen Domain: Das ist ein dynamischer Code. Weiter beim nächsten Abschnitt.
- Es erscheint Ihre eigene Domain, aber die Seite zeigt einen Fehler: Die Zielseite ist weg oder umgezogen.
- Die Kamera erkennt gar nichts, oder erst nach langem Probieren: Dann liegt es an Größe, Kontrast oder Druck.
Wurde mein QR-Code nach der Testphase abgeschaltet?
Sehr wahrscheinlich, wenn Sie ihn bei einem der großen Online-Generatoren erstellt haben. Viele davon erzeugen standardmäßig dynamische Codes. Ein dynamischer Code enthält nicht Ihre Adresse, sondern einen Kurzlink auf den Server des Anbieters. Erst dieser Server leitet weiter – und genau diese Weiterleitung lässt sich abschalten.
So sieht das in der Praxis aus, nach den Hilfeseiten und Preislisten der Anbieter selbst:
- Die kostenlose Testphase dauert meist 14 oder 15 Tage. Wird danach kein Abo abgeschlossen, werden die dynamischen Codes deaktiviert.
- Wieder aktivieren lassen sie sich nur, indem Sie in einen bezahlten Tarif wechseln – und zwar im selben Konto. Ein neues Konto mit denselben Inhalten hilft nicht.
- Die Abos liegen bei einem großen Anbieter zwischen rund 5 und 45 Euro im Monat, die günstigeren Tarife mit zwölf Monaten Laufzeit.
- Auch bezahlte Codes laufen nicht ewig: Derselbe Anbieter hält dynamische Codes nach Vertragsende noch drei Jahre aktiv. Danach ist Schluss.
- Ein Anbieter schreibt sogar, dass nach der Testphase alle in dieser Zeit erstellten Codes nicht mehr funktionieren.
Der letzte Punkt verrät viel: Ein wirklich statischer QR-Code lässt sich gar nicht abschalten, weil die Adresse im Muster selbst steckt. Wenn ein Anbieter einen Code abschalten kann, lief er über seinen Server – egal, wie er ihn nennt.
Ich halte das nicht für Betrug, die Bedingungen stehen in den AGB. Aber das Wort „kostenlos“ auf der Startseite meint die Testphase, nicht den Code. Wer das beim Erstellen übersieht, merkt es erst, wenn die Flyer schon verteilt sind.
Was kann ich tun, wenn der Code schon gedruckt ist?
Den Kurzlink des Anbieters können Sie nicht selbst auf Ihre Seite umbiegen – er gehört dem Anbieter. Es bleiben drei Wege:
- Abo abschließen. Der schnellste Weg, wenn der Code auf Dingen steht, die sich nicht einfach austauschen lassen: Schilder, Verpackungen, Fahrzeugbeschriftung, Speisekarten in vielen Filialen. Nutzen Sie die Laufzeit, um auf einen statischen Code umzustellen.
- Überkleben. Ein Aufkleber mit einem neuen, statischen Code – gleich groß oder größer als der alte, mit freiem Rand rundherum. Bei Plakaten, Aufstellern und Restbeständen von Flyern oft die günstigste Lösung.
- Neu drucken. Bei kleinen Auflagen meist billiger als ein Jahresabo.
Meine Faustregel: Kostet der Nachdruck weniger als ein Jahr Abo, drucken Sie neu. Steht der Code auf etwas, das Jahre hängt, zahlen Sie einmal und stellen in dieser Zeit um.
Was, wenn der Code funktioniert, aber die Seite nicht mehr existiert?
Dann ist der Code unschuldig. Er führt korrekt an eine Adresse, die es nicht mehr gibt. Typische Gründe:
- Die Website wurde neu gemacht und die Adressen haben sich geändert.
- Ein Produkt, eine Aktion oder eine Veranstaltung wurde gelöscht.
- Ein verlinktes PDF wurde durch eine neue Datei mit anderem Namen ersetzt.
- Die Domain wurde nicht verlängert.
Die Lösung ist eine 301-Weiterleitung von der alten auf die neue Adresse. In WordPress geht das zum Beispiel mit Rank Math oder dem Plugin Redirection, ohne einen einzigen Code neu zu drucken.
Mein Rat für jeden Relaunch: Sammeln Sie vorher alle Adressen, die irgendwo gedruckt sind – auf Flyern, Visitenkarten, Schildern, in Prospekten. Google kennt diese Adressen oft gar nicht, deshalb tauchen sie in keiner Weiterleitungsliste auf, die nur aus den Suchdaten erstellt wird. Bei meinen Website-Projekten gehören sie zur Checkliste.
Liegt es vielleicht am Druck?
Wenn die Kamera den Code gar nicht erkennt, ist meist das Layout schuld. Die häufigsten Gründe:
- Zu klein. Faustregel: Scan-Abstand geteilt durch zehn. Auf einer Visitenkarte also etwa 2,5 × 2,5 cm, auf einem Plakat aus 1,5 Metern Abstand 15 × 15 cm.
- Zu wenig Kontrast. Dunkel auf hell funktioniert, Hellgrau, Pastell oder heller Code auf dunklem Grund nicht zuverlässig.
- Rand beschnitten. Rund um den Code braucht es eine freie Zone von vier Modulbreiten. Text, Rahmen oder Beschnitt darin stören das Erkennen.
- Zu viel Inhalt. Lange Adressen mit Tracking-Parametern machen den Code dicht und die Punkte winzig. Kürzere Adresse, größerer Druck.
- Logo zu groß. Ein Logo in der Mitte geht nur mit hoher Fehlerkorrektur und sollte nicht mehr als etwa ein Fünftel der Breite einnehmen.
- Schwierige Oberfläche. Glänzende Folie, gewölbte Flaschen oder grobes Papier lassen Punkte verlaufen oder spiegeln.
Für die Druckerei gehört der Code als SVG-Vektordatei in die Daten, nicht als kleines PNG aus einem Screenshot. Was Druckereien sonst noch an Dateien ablehnen, steht in diesem Beitrag über abgelehnte Druckdaten.
Wie erstelle ich einen QR-Code, der nicht abläuft?
Mit einem statischen Generator, der die Adresse direkt in den Code schreibt. Prüfen können Sie das vor dem Druck selbst: Scannen und die angezeigte Adresse ansehen. Steht dort Ihre eigene Domain, ist der Code statisch und läuft nie ab.
Ich habe dafür einen kostenlosen QR-Code-Generator gebaut: ohne Anmeldung, ohne Testphase, ohne Wasserzeichen. Er erzeugt Codes für Links, WLAN, Kontaktkarten, E-Mail und Telefon, mit eigenen Farben und Logo, als PNG und als SVG für den Druck. Alles läuft lokal im Browser.
Und wenn sich das Ziel später ändern könnte? Dann codieren Sie nicht die Zielseite, sondern eine feste Adresse auf Ihrer eigenen Domain, etwa ihre-domain.at/qr, und leiten diese bei Bedarf per 301 weiter. Das ist ein dynamischer Code, der Ihnen gehört: flexibel, ohne Abo, ohne Abschaltung.
Häufige Fragen
Haben QR-Codes ein Ablaufdatum?
Statische QR-Codes nicht. Sie sind nur ein Muster, das eine Adresse oder einen Text enthält, und funktionieren, solange das Ziel existiert. Dynamische Codes haben dagegen das Ablaufdatum, das der Anbieter festlegt: Ende der Testphase, Ende des Abos oder eine Frist danach.
Woran erkenne ich vor dem Druck, ob ein Code dynamisch ist?
Scannen Sie ihn und lesen Sie die Adresse in der Vorschau. Steht dort die Domain eines QR-Anbieters oder ein Kurzlink, ist er dynamisch. Steht dort Ihre eigene Adresse, ist er statisch.
Kann ich einen abgeschalteten Code auf meine eigene Seite umleiten?
Nein. Der Kurzlink im Code gehört dem Anbieter, nur er kann ihn wieder aktivieren. Ihnen bleiben Abo, Überkleben oder Nachdruck.
Wie messe ich Scans ohne dynamischen Code?
Leiten Sie die feste Adresse auf Ihrer Domain, zum Beispiel ihre-domain.at/qr, auf eine Zieladresse mit UTM-Parametern weiter. Die Scans erscheinen dann in Ihrer eigenen Statistik als eigene Quelle. Der Code selbst bleibt kurz und gut lesbar.
Kann ein statischer QR-Code gehackt oder verändert werden?
Der Code selbst nicht. Ein bekannter Betrug ist aber das Überkleben: Jemand klebt einen eigenen Code über Ihren, etwa auf Parkautomaten oder Plakaten. Kontrollieren Sie öffentlich aufgehängte Codes deshalb ab und zu, und prüfen Sie beim eigenen Scannen immer die angezeigte Adresse, bevor Sie Daten eingeben.
Darf ich QR-Codes gewerblich nutzen?
Ja. Der QR-Code ist ein offener Standard, für die Nutzung fallen keine Lizenzgebühren an. Codes aus meinem Generator dürfen Sie privat und gewerblich verwenden, auch auf Verpackungen und in Werbung.
Wenn Sie Unterstützung brauchen
Ein Relaunch hat gedruckte Adressen ins Leere laufen lassen, oder Sie möchten eine feste QR-Adresse mit Weiterleitung auf Ihrer Website einrichten? Das gehört zu den Dingen, die ich schnell erledige. Schreiben Sie mir über das Kontaktformular. Weitere kostenlose Werkzeuge finden Sie auf der Tools-Seite.

Gunther Schoepf