Ein Link von einer anderen Website ist für Google eine Empfehlung. Deshalb zählen Links, deshalb wird damit gehandelt, und deshalb ist Linkaufbau der Bereich der Suchmaschinenoptimierung mit den meisten unseriösen Angeboten.
Was ich hier aufschreibe, ist der langweilige Teil: was tatsächlich wirkt, was nichts bringt und was Sie eine Abstrafung kosten kann.

Warum Links zählen — und weniger als früher
Links waren das ursprüngliche Ranking-Signal und sind bis heute eines der wichtigsten. Aber ihr Gewicht ist gesunken, weil Suchmaschinen inzwischen viel besser einschätzen können, ob eine Seite ihr Thema beherrscht.
Praktisch heißt das: Eine schwache Seite wird durch Links nicht stark. Eine gute Seite, die niemand kennt, wird durch Links sichtbar. Die Reihenfolge ist also erst Onsite-SEO, dann Links — nicht umgekehrt.
Was einen guten Link ausmacht
- Thematische Nähe. Ein Link von einem Reiseblog auf ein Reisebüro wiegt mehr als einer von einem beliebigen Verzeichnis.
- Echtes Publikum. Die simple Prüfung: Würden über diesen Link Menschen kommen, auch wenn es Google nicht gäbe? Wenn nein, ist er wertlos.
- Redaktionell gesetzt. Mitten im Text, weil er dort etwas beiträgt — nicht in einer Fußzeile oder Linkliste.
- Sprechender Linktext. Der Text sagt, was am Ziel steht. Aber nicht hundertmal derselbe Begriff — genau das ist ein Muster, das auffällt.
Ein einziger Link, der diese vier Punkte erfüllt, ist mehr wert als fünfzig aus Verzeichnissen.
Sieben Wege, die funktionieren
- Etwas veröffentlichen, das man verlinken kann. Ein Werkzeug, eine Vorlage, eine Auswertung, eine Checkliste. Am besten funktioniert, was jemandem Arbeit abnimmt. Meine Downloads sind aus genau diesem Gedanken entstanden.
- Regionale Verbindungen. Vereine, die Sie sponsern, Partnerbetriebe, Lieferanten, Kammer und Verband, lokale Medien. Für Betriebe mit Einzugsgebiet der wirksamste Weg — siehe auch Local SEO.
- Gastbeiträge, aber nur dort, wo tatsächlich jemand liest. Eine Seite, die jeden Beitrag annimmt, hilft nicht.
- Fachlich antworten, wo gefragt wird. Foren, Fachgruppen, Branchenportale. Erst hilfreich sein, dann verlinken — und nur, wenn der Link zur Frage passt.
- Kaputte Links melden. Wenn eine Seite auf ein totes Ziel verweist und Sie etwas Gleichwertiges haben, ist ein freundlicher Hinweis oft erfolgreich. Beiden Seiten ist geholfen.
- Erwähnungen ohne Link nachfassen. Ihr Name steht irgendwo, verlinkt ist er nicht. Eine kurze Mail genügt häufig.
- Presse und Fachmedien, wenn Sie etwas zu sagen haben — Zahlen aus der eigenen Praxis, eine ungewöhnliche Einschätzung, ein Projekt mit Geschichte.

Was Sie nicht tun sollten
- Links kaufen. Verstößt gegen Googles Richtlinien. Es wirkt manchmal kurzfristig, und der Schaden kommt später — meist zum ungünstigsten Zeitpunkt.
- Linknetzwerke. Ein Verbund von Seiten, die sich gegenseitig verlinken. Das Muster ist für Google leicht erkennbar, weil es in der Natur nicht vorkommt.
- Massentausch. „Ich verlinke dich, du verlinkst mich“ in großem Stil. Ein paar gegenseitige Links zwischen echten Partnern sind völlig normal — hundert sind ein Signal.
- Verzeichniseinträge in Serie. Zwanzig unbekannte Branchenverzeichnisse bringen nichts. Ein Eintrag bei Kammer oder Fachverband schon.
- Kommentar- und Profilspam. Wirkungslos seit über zehn Jahren und schlecht für den Ruf.
- Immer derselbe Linktext. Wenn achtzig Prozent Ihrer eingehenden Links exakt denselben Begriff tragen, ist das kein Zufall — und sieht auch nicht danach aus.
Wie ich es bei eigenen Projekten mache
Für PicPrepper baue ich Verlinkungen selbst auf, und zwar nach genau einer Regel: Jeder Link muss eine Stelle sein, an der das Werkzeug jemandem tatsächlich hilft. Ein Beitrag über Bildoptimierung, eine Sammlung von Werkzeugen, eine Frage in einer Fachgruppe.
Das ist langsam. Zwei brauchbare Links pro Woche sind ein gutes Ergebnis. Dafür hält es, und ich muss nie hoffen, dass ein Algorithmus etwas übersieht.
Der zweite Teil ist unspektakulär und wird oft vergessen: die eigenen Projekte sauber dokumentieren. Wer Arbeiten zeigt — wie in meinen Referenzen — wird häufiger von anderen verlinkt als jemand, dessen Website nur aus Leistungsbeschreibungen besteht.
Wie viele Links brauchen Sie?
Die Frage ist falsch gestellt. Maßgeblich ist, wie viele die Seiten haben, gegen die Sie antreten. Sehen Sie sich die ersten drei Ergebnisse für Ihren wichtigsten Suchbegriff an — das ist die Messlatte.
Für regionale Suchanfragen sind es meist wenige, und die Grundlagen entscheiden. Für überregionale Begriffe in umkämpften Branchen ist der Abstand oft so groß, dass ein anderes Thema die klügere Wahl ist.
Wenn es schiefgegangen ist
Zwei Fälle: Google stuft die Links einfach ab — dann passiert nichts Schlimmes, außer dass die Investition weg ist. Oder es gibt eine manuelle Maßnahme, die in der Search Console angezeigt wird.
Im zweiten Fall: Links, die Sie beeinflussen können, entfernen lassen, den Rest über das Disavow-Werkzeug entwerten, dann eine Überprüfung beantragen und ehrlich beschreiben, was passiert ist. Das dauert Wochen. Das Disavow-Werkzeug ohne manuelle Maßnahme zu verwenden, ist übrigens meistens ein Fehler — man entwertet damit leicht Links, die geholfen haben.
Häufige Fragen
Bringen Links mit nofollow etwas?
Für die Vererbung von Autorität wenig. Sie bringen aber Besucher, Bekanntheit und manchmal weitere Verlinkungen. Ein Profil, das ausschließlich aus dofollow-Links besteht, sieht außerdem unnatürlich aus.
Was ist von Linkaufbau-Angeboten zu halten?
Bei „50 Backlinks für 99 Euro“ wissen Sie, was Sie bekommen: Verzeichnisse und Netzwerke. Seriöse Arbeit in diesem Bereich ist Redaktions- und Beziehungsarbeit und entsprechend aufwendig. Wenn ein Angebot Zahl und Preis nennt, aber keine Beispiele für Platzierungen, lassen Sie es.
Wie lange dauert es, bis ein Link wirkt?
Wochen bis Monate. Und die Wirkung eines einzelnen Links ist selten isoliert sichtbar — sie zeigt sich im Verlauf.
Zählen Links aus Social Media?
Nicht direkt für das Ranking. Aber sie bringen Besucher, und aus Besuchern werden gelegentlich Menschen, die auf ihrer eigenen Seite verlinken. Der Umweg ist real, die Abkürzung gibt es nicht.
Fazit
Linkaufbau ist der langsamste Teil der Suchmaschinenoptimierung und der einzige, bei dem Abkürzungen zuverlässig bestraft werden. Wer eine gute Seite hat und geduldig Verbindungen aufbaut, kommt an — nur eben nicht diesen Monat.
Die Einordnung ins Gesamtbild steht unter Suchmaschinenoptimierung. Wenn Sie Unterstützung möchten: SEO-Add-on oder kurze Nachricht an mich.

Gunther Schoepf