Eine Landingpage ist keine Unterseite mit besonders viel Mühe. Sie ist eine Seite mit genau einem Ziel, von der aus es nur zwei Wege gibt: die gewünschte Handlung oder zurück.
Deshalb hat sie in der Regel kein Menü. Jeder zusätzliche Link ist ein Angebot, etwas anderes zu tun — und bei einer Seite, die für Anzeigen oder eine Kampagne gebaut wurde, kostet das direkt Geld.
Ich baue solche Seiten in WordPress mit Elementor. Was dabei funktioniert und was ich mir abgewöhnt habe, steht hier.
Was eine Landingpage von einer normalen Seite unterscheidet
- Ein Ziel. Anfrage, Download, Termin, Anmeldung. Eines davon, nicht drei.
- Keine Navigation. Höchstens Logo und Impressum. Der Fuß wird auf das rechtlich Nötige eingedampft.
- Eigene Herkunft. Besucher kommen aus einer Anzeige, einem Newsletter oder einem QR-Code — sie wissen bereits, worum es geht. Die Seite muss nicht erklären, wer Sie sind, sondern warum jetzt.
- Messbarkeit. Eine Landingpage ohne Zielmessung ist ein Blindflug. Sie wissen sonst nicht, ob 2 oder 20 Prozent handeln.
1. Ein Ziel, eine Handlung
Die häufigste Schwäche in Entwürfen, die ich bekomme: „Anfrage stellen“, „Katalog herunterladen“ und „Newsletter abonnieren“ stehen gleichberechtigt nebeneinander. Das Ergebnis ist, dass alle drei schlechter laufen, als eines allein liefe.
Entscheiden Sie vorher, was die Seite erreichen soll, und formulieren Sie die Handlung als das, was der Besucher davon hat. „Kostenloses Erstgespräch vereinbaren“ schlägt „Absenden“ in jedem Test, den ich je gesehen habe.
2. Der Aufbau, der funktioniert
Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage, sie folgt der Reihenfolge, in der Fragen im Kopf des Besuchers auftauchen:
- Oben, ohne Scrollen: Was ist das, für wen, und was soll ich tun? Eine Überschrift, ein Satz Erklärung, eine Schaltfläche. Mehr nicht.
- Beleg: Warum sollte ich Ihnen glauben? Referenzen, Zahlen, Logos, Zitate — echte, keine erfundenen.
- Nutzen statt Merkmale: Nicht „responsives Design“, sondern „funktioniert auf dem Handy, wo zwei Drittel Ihrer Besucher herkommen“.
- Einwände: Was hält Menschen ab? Preis, Aufwand, Vertragsbindung. Schreiben Sie es hin, statt zu hoffen, dass es nicht auffällt.
- Handlung wiederholen: Bei längeren Seiten die Schaltfläche zwei- bis dreimal, immer mit derselben Beschriftung.
Auf dem Handy rutscht alles untereinander. Testen Sie die Seite dort zuerst, nicht zuletzt — mehr dazu in meinen Tipps für responsive Webseiten.
3. So baue ich sie in WordPress
- Eigene Seitenvorlage ohne Kopf- und Fußbereich. In Elementor über die Vorlagenbedingungen, nicht durch Ausblenden per CSS — ausgeblendete Elemente werden trotzdem geladen.
- Formular schlank halten. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Abschlüsse. Name und E-Mail reichen fast immer; die Telefonnummer fragen Sie im Gespräch.
- Double-Opt-in und Einwilligung sauber umsetzen, wenn es um einen Newsletter geht. Dazu die DSGVO-Checkliste.
- Keine externen Schriften und Karten nachladen, wenn sie nicht gebraucht werden. Das ist gleichzeitig ein Tempo- und ein Datenschutzthema.
- Indexierung überlegen. Eine reine Anzeigen-Landingpage gehört meist auf
noindex, damit sie nicht mit Ihrer eigentlichen Leistungsseite konkurriert. Eine Landingpage, die auch organisch gefunden werden soll, braucht das Gegenteil — und dann eine saubere Onsite-Optimierung.
4. Messen und nachbessern
Ohne Zahlen ist jede Änderung Geschmackssache. Das Minimum:
- Ein Ziel-Ereignis beim Absenden des Formulars — nicht der Seitenaufruf, sondern die tatsächliche Absendung.
- Die Absprungrate der ersten Bildschirmhöhe. Wenn die Mehrheit geht, bevor sie scrollt, stimmt die Überschrift nicht.
- Die Quelle. Eine Landingpage kann bei Anzeigenbesuchern hervorragend laufen und bei Newsletter-Empfängern gar nicht.
Ändern Sie eine Sache pro Durchgang. Wenn Sie Überschrift, Bild und Schaltfläche gleichzeitig tauschen, wissen Sie hinterher nicht, was gewirkt hat.
Die häufigsten Fehler
- Das Menü bleibt drin, „damit die Leute sich umsehen können“. Genau das sollen sie nicht.
- Die Seite erklärt das Unternehmen statt das Angebot.
- Der Schalter heißt „Absenden“.
- Es gibt kein einziges Bild eines Menschen. Gesichter wirken, auch wenn es niemand zugibt.
- Die Seite lädt vier Sekunden, weil ein Video im Kopfbereich automatisch startet.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Landingpage-Plugin?
Nein. Mit Elementor Pro oder einem sauberen Block-Theme bauen Sie das ohne Zusatzsoftware. Ein weiteres Plugin bedeutet ein weiteres System, das gepflegt und bezahlt werden will.
Wie lang soll eine Landingpage sein?
So lang, wie es dauert, die Einwände auszuräumen. Bei einem kostenlosen Download reichen zwei Abschnitte. Bei einer Dienstleistung im vierstelligen Bereich sind es eher zehn. Kurz ist kein Wert an sich.
Kann eine Landingpage auch organisch ranken?
Ja, aber dann ist sie keine reine Kampagnenseite mehr: Sie braucht Inhalt, der eine Suchanfrage beantwortet, und sie darf nicht mit einer bestehenden Leistungsseite um dieselben Begriffe konkurrieren.
Kann ich mehrere Landingpages für dasselbe Angebot haben?
Für verschiedene Zielgruppen ja — eine für Reisebüros, eine für Handwerksbetriebe. Für dieselbe Zielgruppe nein, dann kannibalisieren sie sich.
Fazit
Eine gute Landingpage ist vor allem eine Übung im Weglassen: ein Ziel, ein Weg dorthin, alles andere raus. Der Rest ist Reihenfolge und Messung.
Wenn Sie eine Kampagnenseite brauchen, die tatsächlich Anfragen bringt: So arbeite ich — und hier erreichen Sie mich.

Gunther Schoepf