Von einem Tag auf den anderen ist der Eintrag weg: keine Karte, keine Öffnungszeiten, keine Bewertungen. Bei einem Betrieb, dessen Kundschaft aus der Umgebung kommt, fällt damit der wichtigste Kanal aus — und zwar sofort.
Die gute Nachricht: Bewertungen und Daten sind nicht gelöscht, sondern nur unsichtbar. Sie kommen zurück, wenn der Einspruch durchgeht. Die schlechte: Ein schlecht vorbereiteter Einspruch wird abgelehnt, und der zweite Versuch ist schwerer als der erste.
Was Sie zuerst tun — und was nicht
- Nicht ein zweites Profil anlegen. Das ist der häufigste und teuerste Fehler. Doppelte Einträge führen dazu, dass auch der neue gesperrt wird.
- Nicht hektisch Daten ändern. Jede Änderung während der Prüfung kann als weiterer Verstoß gewertet werden.
- Zuerst herausfinden, welche Art von Sperre vorliegt.
- Dann die Ursache beheben, bevor Sie Einspruch einlegen.
Die Reihenfolge ist entscheidend. Ein Einspruch, bei dem der Verstoß noch besteht, wird abgelehnt — und Sie haben einen Versuch verbraucht.
Welche Sperre liegt vor?
- Zur Überprüfung ausgesetzt. Das Profil ist offline, Sie kommen aber noch in die Verwaltung. Meist nach einer Änderung an Name, Adresse oder Kategorie. Häufig automatisch ausgelöst und oft schnell wieder gelöst.
- Gesperrt. Sie kommen gar nicht mehr hinein oder sehen eine Verstoßmeldung. Hier liegt ein konkreter Richtlinienverstoß zugrunde.
Beides zeigt Google in der Profilverwaltung an. Lesen Sie die Meldung genau — oft steht die Kategorie des Verstoßes darin, und danach richtet sich alles Weitere.
Die häufigsten Ursachen
- Adresse stimmt nicht mit der Realität überein. Ein Coworking-Platz, eine Postadresse, die Wohnung eines Mitarbeiters, ein Büro, an dem niemand anzutreffen ist. Google verlangt einen Ort, an dem Sie tatsächlich erreichbar sind.
- Schlagworte im Firmennamen. „Mustermann Fliesenleger Graz günstig“ statt „Mustermann GmbH“. Ein klarer Verstoß, und einer, den Wettbewerber gerne melden.
- Dienstleistungsgebiet falsch angelegt. Wer zum Kunden fährt, muss die Adresse ausblenden und ein Gebiet angeben. Beides gleichzeitig sichtbar geht nicht.
- Zu viele Änderungen auf einmal. Name, Adresse und Kategorie am selben Tag zu ändern sieht nach Übernahme eines fremden Eintrags aus.
- Verdächtige Bewertungen. Zehn Fünf-Sterne-Bewertungen an einem Tag von neuen Konten lösen die Prüfung aus — auch wenn Sie sie nicht bestellt haben.
- Branchen mit Sonderregeln. Schlüsseldienst, Abschleppdienst, Rechtsberatung, Medizin: Hier prüft Google strenger, weil dort viel betrogen wird.
So bereiten Sie den Einspruch vor
Google prüft, ob es Ihren Betrieb an der angegebenen Adresse wirklich gibt. Also liefern Sie genau dafür Belege. Sammeln Sie, bevor Sie das Formular öffnen:
- Gewerbeschein oder Firmenbuchauszug mit sichtbarer Adresse.
- Foto der Außenansicht, auf dem das Firmenschild und die Hausnummer zu sehen sind.
- Foto des Innenraums oder des Arbeitsplatzes.
- Eine aktuelle Rechnung auf die Firmenadresse — Strom, Miete, Telefon.
- Fahrzeug mit Beschriftung, falls vorhanden. Bei Betrieben, die zum Kunden fahren, ist das der stärkste Beleg.
Alles auf denselben Namen und dieselbe Adresse. Weichen die Schreibweisen voneinander ab, wird abgelehnt. Diese Einheitlichkeit ist ohnehin Pflichtprogramm — dazu mehr unter Local SEO.
Im Formular schreiben Sie kurz und sachlich: was der Betrieb macht, seit wann er an dieser Adresse ist, und was Sie geändert haben, falls ein Verstoß vorlag. Keine Empörung, keine Vermutungen über Wettbewerber. Das liest ein Prüfer, der hundert solcher Fälle am Tag hat.
Wie lange es dauert
Eine Aussetzung zur Überprüfung ist oft in wenigen Tagen erledigt. Ein echter Einspruch nach einer Sperre dauert in der Regel ein bis drei Wochen, gelegentlich länger.
Wird abgelehnt, können Sie erneut einreichen — aber nur mit neuen Belegen. Dasselbe Material noch einmal zu schicken führt zur selben Antwort.
Die Wochen überbrücken
Solange das Profil weg ist, fehlt Ihnen der Kartenblock. Was in dieser Zeit trägt:
- Die eigene Website. Sie gehört Ihnen und kann nicht gesperrt werden. Adresse, Öffnungszeiten und Anfahrt gehören als Text darauf, nicht als Bild.
- Bestandskunden direkt informieren. Eine kurze Nachricht, dass Sie normal erreichbar sind.
- Andere Verzeichnisse, die in Ihrer Branche tatsächlich genutzt werden.
- Bewertungen sammeln geht weiter — sie erscheinen, sobald das Profil zurück ist.
Genau deshalb ist es ein Fehler, die gesamte lokale Sichtbarkeit auf einen Eintrag zu stellen, der jemand anderem gehört. Wie Sie das breiter aufstellen, steht unter Mehr Kunden fürs Geschäft.
Damit es nicht wieder passiert
- Nur eine Angabe auf einmal ändern, dann zwei Wochen warten.
- Firmenname exakt so, wie er auf dem Schild und im Gewerbeschein steht.
- Alle Inhaber-Zugänge aktuell halten — ein Profil, das niemandem mehr gehört, weil der frühere Betreuer weg ist, kann niemand verteidigen.
- Keine Bewertungen in Wellen einsammeln. Regelmäßig statt schubweise, dazu mein Beitrag zu Online-Bewertungen.
- Nie Belohnungen für Bewertungen anbieten.
Häufige Fragen
Sind meine Bewertungen weg?
Nein. Sie sind nur nicht sichtbar und kommen mit dem Profil zurück. Auch die Fotos und die Statistik bleiben erhalten.
Kann ich nicht einfach ein neues Profil anlegen?
Technisch ja, praktisch nein. Google erkennt den Zusammenhang über Adresse und Telefonnummer und sperrt das neue mit. Außerdem verlieren Sie alle Bewertungen. Der Einspruch ist der einzige Weg.
Kann ein Wettbewerber mich melden?
Jeder kann Änderungen und Verstöße melden. Deshalb ist es so wichtig, dass die Angaben der Wirklichkeit entsprechen — dann geht eine Meldung ins Leere.
Ich fahre zu Kunden, habe aber kein Ladenlokal.
Dann legen Sie ein Dienstleistungsgebiet an: Adresse ausblenden, Einzugsgebiet angeben. Eine Adresse muss trotzdem hinterlegt sein, sie wird nur nicht öffentlich gezeigt.
Fazit
Ursache verstehen, Verstoß beheben, Belege sammeln, dann erst Einspruch. In dieser Reihenfolge geht der erste Versuch in den meisten Fällen durch. Umgekehrt verbrennt man ihn.
Wenn Sie den Einspruch nicht selbst formulieren möchten oder Ihre lokale Sichtbarkeit grundsätzlich breiter aufstellen wollen: So arbeite ich — oder kurz melden.

Gunther Schoepf