Wix und Jimdo sind Mietwohnungen, WordPress ist ein eigenes Haus: Beim Baukasten sind Sie schnell eingezogen und der Anbieter kümmert sich um die Technik, aber Ihre Website bleibt bei ihm. Bei WordPress ist der Anfang aufwendiger, dafür bestimmen Sie selbst, was dazukommt und wo die Website läuft. Ob Wix oder WordPress besser passt, hängt vom Ziel ab: Für eine einfache Visitenkarte reicht der Baukasten, für eine Website, die Anfragen bringen und wachsen soll, ist WordPress meist die bessere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen einem Baukasten und WordPress?
Bei Wix und Jimdo mieten Sie ein Komplettpaket. Sie zahlen eine monatliche Gebühr, und Hosting, Technik und Updates übernimmt der Anbieter. Der Preis dafür: Ihre Website läuft nur dort. Wix schreibt in der eigenen Hilfe, dass eine Wix-Website auf den Servern von Wix betrieben werden muss und externes Hosting technisch nicht unterstützt wird (Wix-Hilfe: Exporting or Embedding Your Wix Site Elsewhere).
WordPress ist dagegen freie Software unter der GPL-Lizenz und kostet selbst nichts. Sie bezahlen für Hosting, Domain und Pflege – und können jederzeit zu einem anderen Hoster umziehen, weil Ihnen Dateien und Datenbank gehören.
Wie verbreitet die drei Systeme sind, zeigt die Statistik von W3Techs (Stand 8. Oktober 2026): WordPress läuft auf 40,1 Prozent aller erfassten Websites, Wix auf 4,2 Prozent, Jimdo auf 0,3 Prozent. Für Sie heißt das vor allem: Für WordPress finden Sie leicht Dienstleister, Hoster und Erweiterungen – Sie hängen an keinem einzelnen Anbieter.
Wie schneiden Wix, Jimdo und WordPress im direkten Vergleich ab?
Fünf Punkte entscheiden in der Praxis: der Start, die laufenden Kosten, die Freiheit beim Ausbau, Google und der Umzug.
| Punkt | Baukasten (Wix, Jimdo) | WordPress |
|---|---|---|
| Start | Einfache Seite steht an einem Wochenende | Mehr Einrichtung – selbst oder durch einen Dienstleister |
| Laufende Kosten | Feste Monats- oder Jahresgebühr, solange die Seite läuft | Hosting, Domain und Pflege, je nach Umfang |
| Freiheit | Es gibt, was der Anbieter anbietet | Zehntausende Erweiterungen, z. B. für Shop, Buchung, Mehrsprachigkeit |
| Rankt nicht automatisch schlechter | Mehr technische Stellschrauben | |
| Umzug | Website meist neu bauen, Domain kann mit | Website samt Inhalten zu jedem Hoster umziehbar |
Start: Hier ist der Baukasten klar im Vorteil. Vorlage wählen, Texte und Bilder einsetzen, veröffentlichen – das schaffen Sie ohne Vorkenntnisse. WordPress braucht Hosting, Installation, ein Theme und eine sinnvolle Grundkonfiguration. Das machen Sie entweder selbst oder lassen es machen.
Freiheit: Im Baukasten sind Sie auf die Funktionen und App-Angebote des Anbieters beschränkt. Das offizielle WordPress-Verzeichnis listet über 74.000 kostenlose Plugins. Dazu kommen kommerzielle Erweiterungen. Ein Shop, ein Buchungssystem oder eine zweite Sprache lassen sich so nachrüsten, ohne das System zu wechseln.
Was kostet ein Baukasten im Vergleich zu WordPress auf Dauer?
Konkrete Euro-Beträge nenne ich hier bewusst nicht: Die Preise von Wix und Jimdo hängen von Tarif, Laufzeit und Aktionen ab und ändern sich regelmäßig. Prüfen Sie den aktuellen Stand direkt auf den Preisseiten der Anbieter. Das Prinzip ist aber eindeutig.
Beim Baukasten zahlen Sie jeden Monat eine Gebühr, solange die Website online ist – auch nach zehn Jahren. Dabei entsteht nichts, das Ihnen gehört: Kündigen Sie, ist die Website weg. Bei WordPress fallen Hosting und Domain an, dazu Pflege: Updates, Sicherungen und gelegentlich Lizenzen für Premium-Erweiterungen. Das kann günstiger oder teurer sein als ein Baukasten, je nachdem, wie viel Sie selbst machen und wie groß die Website ist.
Rechnen Sie dabei nicht nur den Monatspreis, sondern auch Ihre eigene Zeit. Ein Baukasten ist nur dann günstig, wenn Sie die Stunden für Aufbau und Pflege wirklich übrig haben. Eine ausführliche Kostenübersicht finden Sie im Beitrag Was kostet eine Website?
Rankt eine Wix- oder Jimdo-Website schlechter bei Google?
Nein, nicht automatisch. Google bewertet Inhalte und Technik einer Seite, nicht das System dahinter. Eine gut gemachte Wix-Seite kann eine schlecht gepflegte WordPress-Seite schlagen. Der Unterschied liegt in den Stellschrauben: Bei WordPress haben Sie mehr Kontrolle über Ladezeit, Seitenstruktur, strukturierte Daten und Weiterleitungen, weil Sie Hosting, Theme und Erweiterungen selbst wählen. Wenn Ihre Website gar nicht in der Suche auftaucht, liegt das meist an anderen Ursachen – eine Checkliste dazu finden Sie unter Website nicht bei Google zu finden.
Kann ich später von Wix oder Jimdo zu WordPress wechseln?
Ja, aber meist heißt das: neu bauen. Da sich eine Baukasten-Website nicht als Ganzes exportieren und woanders betreiben lässt, werden Design und Seiten in WordPress neu aufgesetzt; Texte und Bilder übernehmen Sie. Ihre Domain können Sie dagegen mitnehmen – vorausgesetzt, sie ist auf Sie eingetragen. Wie das abläuft, steht im Beitrag Domain umziehen.
Eine WordPress-Website ziehen Sie dagegen komplett um: Dateien und Datenbank sichern, beim neuen Hoster einspielen, Domain umstellen. Design, Inhalte und Einstellungen bleiben erhalten.
Wann passt ein Baukasten, wann passt WordPress?
Ein Baukasten passt, wenn alle drei Punkte zutreffen:
- Sie brauchen eine einfache Visitenkarte mit wenigen Seiten.
- Sie wollen die Seite selbst bauen und pflegen.
- Sie planen kein Wachstum: keinen Shop, keine Buchungen, keine zweite Sprache.
WordPress passt, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Die Website soll Anfragen bringen, nicht nur informieren.
- Später sollen ein Shop, Online-Buchungen oder mehrere Sprachen dazukommen.
- Sie wollen unabhängig bleiben und Hoster oder Dienstleister jederzeit wechseln können.
Meine Faustregel: Wenn Sie heute schon wissen, dass Ihre Website in zwei Jahren mehr können soll als jetzt, starten Sie gleich mit WordPress – ein späterer Umzug aus dem Baukasten kostet Sie mehr als der aufwendigere Start.
Auf wen sollte meine Domain eingetragen sein?
Auf Ihre Firma – nicht auf den Baukasten-Anbieter und nicht auf die Agentur. Das gilt für beide Wege. Bei .de-Domains ist Vertragspartner der Registrierungsstelle DENIC der sogenannte Domaininhaber; nur er kann über die Domain verfügen, etwa einen Providerwechsel veranlassen oder den Vertrag kündigen (DENIC-Domainbedingungen). Steht dort Ihr Unternehmen, nehmen Sie die Domain bei jedem Wechsel mit. Prüfen Sie das bei bestehenden Domains: Ihr Anbieter kann Ihnen sagen, wer als Inhaber eingetragen ist.
Und in Österreich? Bei .at-Domains ist es genauso geregelt: Vertragspartner der Registrierungsstelle nic.at ist der Domain-Inhaber, der Registrar tritt nur als dessen Stellvertreter auf. Auch hier sollte also Ihre Firma als Inhaber eingetragen sein. Diese Hinweise sind keine Rechtsberatung (Stand Oktober 2026).
Häufige Fragen
Ist WordPress wirklich kostenlos?
Die Software selbst ja, sie steht unter der freien GPL-Lizenz. Kosten entstehen für Hosting, Domain, Pflege und gegebenenfalls für Premium-Themes oder -Plugins.
Ist Jimdo oder Wix besser für kleine Unternehmen?
Beide funktionieren nach demselben Mietprinzip: einfacher Start, Technik beim Anbieter, die Website bleibt beim Anbieter. Wix ist laut W3Techs deutlich verbreiteter. Entscheiden Sie nach Bedienung und Funktionsumfang im jeweiligen Tarif – am besten, indem Sie beide in der kostenlosen Einstiegsversion ausprobieren.
Kann ich meine Domain von Wix oder Jimdo mitnehmen?
Ja. Die Domain lässt sich zu einem anderen Anbieter übertragen, in der Regel mit einem Transfer-Code (AuthCode). Die Website selbst bleibt beim Baukasten und muss neu aufgebaut werden.
Brauche ich für WordPress Programmierkenntnisse?
Für die Pflege von Inhalten nicht – Texte und Bilder bearbeiten Sie im Editor ähnlich wie im Baukasten. Für Einrichtung, Sicherheit und Updates braucht es technisches Grundwissen oder jemanden, der das übernimmt.
Wird meine Website mit WordPress automatisch besser bei Google gefunden?
Nein. Entscheidend sind Inhalte und Technik. WordPress bietet mehr Stellschrauben, aber die müssen auch genutzt werden.
Sie sind unsicher, was zu Ihrem Unternehmen passt? Ich baue und betreue WordPress-Websites für kleine Unternehmen – und sage Ihnen auch, wenn ein Baukasten reicht. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Gunther Schoepf