„Was kostet eine Website?“ ist die häufigste Frage, die ich höre – und die ehrlichste Antwort ist unbequem: Es hängt davon ab, was Sie brauchen. Das klingt nach Ausrede, ist aber keine. Hier sehen Sie, wovon genau es abhängt, woran Sie ein faires Angebot erkennen und wie Sie zu einem festen Preis kommen statt zu einem offenen Stundenzettel.
Warum es keine seriöse Pauschale gibt
Eine Gartenhütte, ein Einfamilienhaus und eine Villa sind alle „ein Haus“. Niemand würde erwarten, dass sie gleich viel kosten – und niemand würde einem Baumeister trauen, der den Preis nennt, bevor er den Plan gesehen hat.
Bei Websites ist es genauso. Unter dem Wort „Website“ läuft alles von der einseitigen Visitenkarte bis zum mehrsprachigen Shop mit Terminbuchung. Deshalb liegen zwischen zwei seriösen Angeboten für scheinbar dasselbe Projekt oft Welten. Meistens beschreiben die beiden Angebote schlicht nicht dasselbe Projekt.
Pauschalpreise auf Websites funktionieren deshalb nur auf zwei Arten: Entweder ist der Umfang so eng begrenzt, dass er für viele Betriebe nicht reicht. Oder die Pauschale ist ein Lockangebot, und die eigentlichen Kosten kommen später als „Zusatzleistung“. Beides hilft Ihnen beim Planen nicht.
Die sechs Bausteine, die den Aufwand bestimmen
Jede Website setzt sich aus Bausteinen zusammen. Jeder Baustein bringt Aufwand mit – manche wenig, manche viel. Wenn Sie diese sechs Fragen für sich beantworten, wissen Sie ziemlich genau, wo Ihr Projekt liegt.
1. Wie viele Seiten?
Eine Startseite mit Kontakt ist etwas anderes als zwanzig Unterseiten für Leistungen, Team, Referenzen und Standorte. Der Aufwand steigt nicht linear – gleich aufgebaute Leistungsseiten gehen schneller als lauter Einzelstücke –, aber er steigt. Überlegen Sie: Welche Seiten braucht ein Kunde wirklich, um sich für Sie zu entscheiden?
2. Texte und Fotos: vorhanden oder neu?
Der am meisten unterschätzte Posten. Liefern Sie fertige Texte und gute Fotos, fällt ein großer Teil der Arbeit weg. Müssen Texte erst geschrieben, Bilder gesucht oder ein Fotograf gebucht werden, ist das oft mehr Arbeit als die Technik. Ehrlich gesagt ist es auch der häufigste Grund, warum Projekte sich ziehen: Die Website ist fertig, nur die Inhalte fehlen.
3. Eine Sprache oder mehrere?
Jede weitere Sprache bedeutet: Übersetzung, eigene Seiten, eigene Menüs, eigene Suchmaschinen-Einstellungen – und jede Änderung künftig mehrfach. Für ein Hotel in Tirol ist Englisch Pflicht, für den Installateur in Linz meist überflüssig.
4. Shop oder Online-Buchung?
Ein Kontaktformular ist Standard. Ein Online-Shop, eine Terminbuchung oder die Anbindung an ein Buchungs- oder Warenwirtschaftssystem sind dagegen eigene kleine Projekte: Zahlungsarten, Versand, rechtliche Texte, E-Mails, Tests. Hier liegt meist der größte Sprung zwischen „Firmenwebsite“ und „Shop“.
5. Eigenes Design oder Vorlage?
Eine gute Vorlage, sauber an Ihre Farben und Ihr Logo angepasst, reicht für viele Betriebe völlig. Ein eigens gestalteter Auftritt lohnt sich, wenn Sie sich klar abheben müssen oder Ihre Marke schon stark ist. Beides kann gut aussehen – es ist eine Frage des Ziels, nicht des Geschmacks.
6. Wer kümmert sich danach?
Eine Website ist nach dem Livegang nicht fertig. WordPress, Theme und Plugins brauchen regelmäßig Updates, dazu kommen Sicherungen, Hosting und gelegentliche Änderungen. Ein Angebot ohne diesen Punkt ist nicht günstiger, sondern unvollständig – die Kosten kommen trotzdem, nur später und ungeplant.
Drei typische Beispiele
Aus den sechs Bausteinen ergeben sich in der Praxis drei Größenordnungen:
- Die Visitenkarte im Netz. Eine Seite oder wenige Seiten: wer Sie sind, was Sie anbieten, wie man Sie erreicht. Ideal für Selbständige und kleine Betriebe, die vor allem gefunden werden und seriös wirken wollen. Geringster Aufwand.
- Die Firmenwebsite. Mehrere Leistungsseiten, Referenzen, Team, Kontaktformular, Blog oder News. Sie soll nicht nur informieren, sondern Anfragen bringen – und dafür bei Google gefunden werden. Mittlerer Aufwand, je nach Seitenanzahl und Inhalten.
- Der Online-Shop. Produkte, Warenkorb, Zahlung, Versand, rechtliche Pflichtangaben, oft auch Anbindung an bestehende Systeme. Größter Aufwand – und auch der größte laufende Pflegebedarf.
Die meisten Projekte liegen irgendwo dazwischen: eine Firmenwebsite mit Terminbuchung, eine Visitenkarte in zwei Sprachen. Genau deshalb ist die Frage „Was kostet eine Website?“ ohne die sechs Bausteine nicht zu beantworten.
Fixpreis oder Stundenzettel?
Es gibt zwei übliche Abrechnungsarten: nach Aufwand (Stundensatz mal Stunden) oder zum Fixpreis. Nach Aufwand klingt fair, verlagert aber das Risiko komplett auf Sie. Sie wissen erst am Ende, was die Website gekostet hat – und jede Rückfrage, jede Abstimmung läuft mit.
Ich arbeite deshalb mit Fixpreisen. Im Erstgespräch klären wir, welche Bausteine Sie brauchen. Daraus entsteht ein Angebot, in dem genau steht, was enthalten ist – und ein Preis, der feststeht. Für Sie heißt das: Sie können planen, und Sie müssen nicht bei jeder Frage überlegen, ob sie gerade Geld kostet.
Ein Fixpreis funktioniert allerdings nur mit einem klaren Umfang. Darum ist das Gespräch vorher so wichtig – und darum nenne ich keinen Preis, bevor ich weiß, was Sie brauchen.
So vergleichen Sie Angebote richtig
Wenn Sie mehrere Angebote einholen, vergleichen Sie nicht die Summe unten, sondern den Inhalt. Diese Punkte sollten in jedem Angebot stehen:
- Seiten und Funktionen – konkret aufgezählt, nicht „Website nach Wunsch“.
- Inhalte – wer liefert Texte und Bilder? Ist Texten oder Bildbearbeitung enthalten?
- Design – Vorlage oder eigener Entwurf, wie viele Korrekturschleifen?
- Technik und Recht – Handy-Optimierung, Ladezeit, SSL, Impressum und Datenschutz-Einbindung, Grundeinstellungen für Google.
- Danach – Hosting, Updates, Sicherungen: enthalten, optional oder gar nicht erwähnt?
- Eigentum – gehören Ihnen Domain, Zugänge und Inhalte, wenn Sie den Dienstleister wechseln?
Fehlt ein Punkt, fragen Sie nach. Ein Angebot, das deutlich günstiger ist als die anderen, hat fast immer an einer dieser Stellen etwas weggelassen.
Was Sie vor dem Erstgespräch vorbereiten können
Je klarer Ihr Bild, desto genauer das Angebot. Sie müssen nichts Fertiges mitbringen – ein paar Notizen reichen:
- Was soll die Website erreichen? Anfragen, Buchungen, Verkäufe, Bewerbungen?
- Welche Seiten fallen Ihnen spontan ein?
- Was gibt es schon: Logo, Texte, Fotos, eine alte Website?
- Welche zwei, drei Websites gefallen Ihnen – und warum?
- Wer soll später Inhalte ändern: Sie selbst oder Ihr Dienstleister?
Häufige Fragen
Warum nennen Sie keine Preise auf der Website?
Weil jede Zahl ohne Ihren Umfang geraten wäre – nach oben wie nach unten. Eine zu niedrige Zahl weckt falsche Erwartungen, eine zu hohe schreckt ab, obwohl Ihr Projekt vielleicht viel kleiner ist. Nach dem Erstgespräch bekommen Sie einen festen Preis, auf den Sie sich verlassen können.
Kostet das Erstgespräch etwas?
Nein. Wir klären Ihr Ziel und die Bausteine, und ich sage Ihnen ehrlich, ob und wie ich helfen kann. Das Gespräch verpflichtet Sie zu nichts.
Ist ein Website-Baukasten nicht günstiger?
Beim Einstieg ja – wenn Sie Zeit haben, alles selbst zu machen. Sie zahlen dann mit Ihrer Zeit, und Sie bleiben an den Anbieter gebunden: Umziehen ist bei Baukästen meist nur mit Neuaufbau möglich. Für eine schnelle Visitenkarte kann das passen, für eine Website, die Anfragen bringen soll, selten.
Gibt es nach dem Livegang laufende Kosten?
Ja, bei jeder Website: Domain und Hosting sowie gegebenenfalls Lizenzen für Premium-Plugins oder Themes. Dazu kommt die Pflege – Updates und Sicherungen. Die können Sie selbst übernehmen oder abgeben. Wichtig ist nur, dass es jemand tut.
Fazit
Eine Website kostet so viel, wie ihre Bausteine Aufwand machen: Seiten, Inhalte, Sprachen, Funktionen, Design und Betreuung. Wer diese sechs Punkte kennt, kann Angebote vergleichen – und bekommt einen Preis, der passt, statt einer Zahl aus einer Preisliste. Wie Sie danach dafür sorgen, dass die Website auch schnell lädt, lesen Sie in Website lädt langsam: die 7 Ursachen; mehr zum Ablauf eines Projekts finden Sie unter Webdesign.
Sagen Sie mir, was Sie brauchen. Ich sage Ihnen ehrlich, welche Bausteine sinnvoll sind – und Sie bekommen einen Fixpreis statt Stundenzettel. Das erste Gespräch kostet Sie nichts: Projekt besprechen.

Gunther Schoepf